Rekonstruktion und Restauration des Bereisungsdampfers “WELLE”

DIESES PROJEKT WIRD VON DER EUROPÄISCHEN UNION KOFINANZIERT

und vom Land Bremen, der ARGE Job-Center-Bremerhaven sowie der Agentur für Arbeit Bremerhaven gefördert.

Als enge Kooperationspartner für die Restauration und Rekonstruktion stehen uns hierfür

  • das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven,
  • die Hochschule Bremen, Fachbereich Schiffbau, Meerestechnik und angewandte Naturwissenschaften,
  • die Auszubildenden der Bremerhavener Werften, Ausrüstungsbetriebe und Ausbildungsbetriebe,
  • der Germanische Lloyd,
  • sowie Schiffs- u. Maschinenbauingenieure zur Seite.

Viele Wirtschaftsunternehmen unterstützen durch Sach-, Dienstleistungs- und Geldspenden das Projekt.

Dampfer Welle e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der die Pflege und Erhaltung von Kulturwerten in Verbindung mit der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten bzw. Arbeitsplätzen für den zweiten Arbeitsmarkt mit dem oben genannten Projekt betreibt.

Fast wie neu!

Aktuelle Bilder von der Welle

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Einbau StB-Kohlebunker

kesselraum-ohne-kohlebunker.jpg Foto Bernd Meyer
Blick vom Achterdeck in den Kesselraum vor dem Einbau der Kohlebunker. Vorbereitende Arbeiten für den Einbau des Steuerbordkohlebunkers sind bereits zu erkennen.

Einbau des Kohlebunkers auf der Steuerbordseite
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Fotos Bernd Meyer

Die Firma LENZ Kran, Mushardstraße 16, Bremerhaven, unterstützte uns bei den Kranarbeiten.

Die “WELLE” geht an Land

Liebe Dampferfreunde,
im Rahmen der Informationen über unseren Dampfer “WELLE” möchte ich Ihnen heute vom Landgang (Landhub) des Rumpfes erzählen.
In meinem letzten Bericht habe ich beschrieben, wie der Rumpf des Dampfers “WELLE” nach Bremerhaven verschleppt wurde und dass wir im dortigen Fischereihafen auf einem Grundstück der Firma Harms einen Landliegeplatz gefunden haben.
Bevor der “Landgang” durchgeführt wurde, mussten wir noch eine Menge Vorbereitungen treffen. Solch ein Schiff kann man nicht einfach mal eben anheben. Die Gefahr, dass die Außenhaut oder das ganze Schiff einknickt oder durchbricht, ist viel zu groß. Deshalb mussten wir den Rumpf an den Stellen, wo später die Tragegurte um den Rumpf gelegt wurden, von innen mit einem Doppel-T-Trägergerüst aussteifen. Die notwendigen Berechnungen für die Auslegung und Konstruktionszeichnungen des Trägergerüstes und der Hubseilspreizen wurden von Herrn Dipl.-Ing. Mertens und einigen seiner Studenten von der Hochschule Bremen, Fachbereich Schiffbau, Meerestechnik und angewandte Naturwissenschaften, durchgeführt.

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Foto Friedrich Meier
Aussteifungskonstruktion innerhalb des Rumpfes im Maschinenraum

Für die äußere Lastverteilung und für den Schutz des Rumpfes während des Hubes wurden von uns zwei mehrere Meter lange Gurte aus Kanthölzern angefertigt. Die Holzgurte wurden unter dem Rumpf hindurchgezogen und umschlossen diesen vollständig. Die seitlich am Rumpf angebrachten Schlingerkiele machten uns beim Unterdurchziehen der Gurte große Probleme. Die Taucher der Ortsgruppe Bremerhaven der DLRG halfen uns bei dieser Arbeit tatkräftig. Unter Wasser kontrollierten und positionierten sie die Holzgurte, so wie es vorgesehen war.

Als dann alle vorbereitende Arbeiten abgeschlossen waren, kam dann am 21.01.2001 der Schwimmkran “ENAK” der Reederei Schuchmann.
enak-schwimmkran.jpg Foto Firma Schuchmann

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Der Rumpf wird vom “ENAK” aus dem Wasser gehoben und an Land gesetzt.

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Foto Friedrich Meier
Heute sieht der Rumpf nicht mehr so “kunterbunt” aus wie damals. Hier steht er abgepallt auf der Fundamentplatte in einem Zwischenstadium der Restaurierung.

Beim nächsten Mal werde ich von den Arbeiten berichten, die im Anschluss an den “Landgang” durchgeführt werden mussten.

Grüße von Dampferfritz

Nietarbeiten am Schanzkleid / Ruderhauses / Kompasssäule

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Foto Bernd Meyer
Die “Esse” - hier wurden die Nieten warm gemacht, bevor sie mit Nietwerkzeugen in den vorbereiteten Setzstellen verarbeitet wurden.

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Fotos Bernd Meyer
Mitarbeiter beim Nieten im hinteren Bereich des Schanzkleides auf der BB-Seite. Im Rahmen des Qualifizierungsprogrammes gehörte der Umgang mit den Nieten und den Nietwerkzeugen zur Ausbildung der Mitarbeiter.

Das Ruderhaus
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Fotos Friedrich Meier
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Foto Friedrich Meier
Auch die Kompasssäule, die später den Kompass aufnehmen wird, musste wieder restauriert werden - hier steht sie in ihrem “Glanz”.

Heckansicht / Ankerwinsch / Rudermaschine

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Foto Friedrich Meier
Heckansicht des Dampfers WELLE mit dem Schriftzug des Namens und des Heimathafens.

Ankerwinsch
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Fotos Friedrich Meier
Eine zur Zeitepoche passende Ankerwinsch wurde von dem Unternehmen Heinz Heckmann aus Hülsen gestiftet.
In der Lernwerkstatt eines großen Bremer Unternehmens wurde die Winsch generalüberholt und steht heute auf dem Vorschiff der WELLE.
Dem Stifter, den Auszubildenden und deren Vorgesetzte unseren herzlichen Dank für die Hilfe.

Rudermaschine
rudermaschine.JPG Foto Friedrich Meier
Die Rudermaschine steht grundüberholt wieder an ihrem Platz im Ruderhaus.

Das liegt hinter uns - Wichtige Daten im neuen Leben des Dampfers “WELLE”

Liebe Freunde des Dampfschiffes “WELLE”,
vor der Verschleppung des Rumpfes aus dem Betriebshafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Mittelsbühren wurde der Rumpf von den Resten der hölzernen Ein- und Aufbauten befreit. Dieses wurde mit einem Bagger von Land aus direkt in bereitgestellte Müllcontainer vorgenommen.

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Foto Bernd Meyer
27-02-2000 - Verschleppung der “WELLE” vom Betriebshafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Mittelsbühren zum Cali-Hafen an die Pier der Firma Tiemann.

Die Firma Tiemann war mit der Erlaubnis, an ihrer Pier liegen zu dürfen, eine große Hilfe für uns. Es war sehr wichtig, dass der Rumpf in einem tiden- und auch eisfreien Gewässer liegen konnte. Für die damalige Unterstützung bedanken wir uns bei der Firma Tiemann.

Die Verschleppung mit dem Hafenschlepper “CITO” der SBU.

19-07-2000 - Verschleppung des Rumpfes vom Cali-Hafen nach Bremerhaven in den Fischereihafen
Der Tag begann um 06.00 Uhr mit dem Ablegen im Cali-Hafen in Bremen. Dieses Mal ging nicht der Schlepper “CITO”, sondern das Schwesterschiff “WÜMME” längsseits, um die “WELLE”, oder was davon übrig geblieben war, nach Bremerhaven zu verschleppen.
Die Industriehafenschleuse in Bremen passierte der Schubverband so gegen 06.15 Uhr, um sich dann, bei ablaufendem Wasser, auf die mehrstündige Reise nach Bremerhaven zu begeben. Trotz der sommerlichen Jahreszeit war das Wetter an diesem Tag nicht unbedingt einladend für eine solche Aktion. Uns machte es jedenfalls nichts aus, denn nun ging es nach Bremerhaven, wo wir im Fischereihafen auf dem Gelände der Autospedition E.H.Harms einen Platz gefunden hatten, auf dem die “WELLE” in den folgenden Jahren wieder so hergestellt werden soll, wie sie 1915 in den Dienst gestellt wurde.
Am späten Vormittag traf der Schubverband vor der Geestemündung in Bremerhaven ein. Da zu dieser Zeit die große Schleuse der Fischereihafenschleuse erneuert wurde und wir mit dem längsseits schiebenden Schlepper nicht in die kleine Schleuse passten, musste der Schlepper an das Heck der “WELLE” verholt werden. Nach einigem Hin und Her lagen wir dann im 2. Anlauf in der Fischereihafenschleuse und wurden in den Fischereihafen geschleust. Gleich hinter der Schleuse auf der Backbordseite fand die “WELLE” erst einmal einen neuen Liegeplatz. Von hier aus wurde dann der “Landgang” vorbereitet.

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Foto Bernd Meyer
Hier liegt die “WELLE” an ihrem neuen Liegeplatz in Bremerhaven.

Die ganze Reise von Bremen nach Bremerhaven wurde von einem Filmteam von “Buten & Binnen” begleitet, das von markanten Punkten vom Weserufer aus die Überführung der “WELLE” aufzeichnete.

Wir möchten uns bei allen Personen und Firmen, die uns in dieser Zeit halfen und unterstützten, herzlich bedanken.

Zu den Kranarbeiten, um die “WELLE” an Land zu setzen, berichte ich dann beim nächsten Mal.

Grüße von Dampferfritz

Gründung des Vereins “Dampfer WELLE e.V”

Am 4. November 1998 wurde der Verein “Dampfer WELLE e.V.” von acht Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen und genau einen Monat später unter der Nummer 39 VR 5 698 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Bremen eingetragen. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.

Die Rekonstruktion des Dampfers wird ausschließlich über Spenden und Zuwendungen finanziert.

Spendenkonto

Liebe Freunde des Dampfschiffes “WELLE”, auch der kleinste Dampfer braucht Kohle.
So ist es auch mit der “WELLE”.

Das Spendenkonto des Vereins.

Verein Dampfer WELLE e.V.
Sparkasse in Bremen
BLZ: 290 501 01
Konto-Nr.: 12 707 824

Wir freuen uns über jeden Geldbetrag.

Ab 50,00 € erhalten Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung.

Verein “Dampfer WELLE e.V.”

Wir freuen uns auch über Sachspenden.

Dampfer Welle e.V.

Dampfer Welle e.V. ist ein Beschäftigungsträger mit rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Primäres Ziel ist es, Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern eine neue Perspektive im Arbeitsleben zu bieten. Schwerpunkte sind hier unter anderem die Qualifizierung im Metallhandwerk (Schiffbau, Anlagenbau), im Verwaltungsbereich (Buchhaltung, Büroorganisation), sowie im technischen Bereich (Konstruktion, Restauration). Weiterhin entwickeln wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiten im Laufe der Förderzeit Möglichkeiten in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln. Hier waren wir in der wirtschaftlich schwachen Region Bremerhaven (die durchschnittliche Arbeitslosenrate liegt hier im oberen Drittel im Vergleich zur Bundesrepublik) in den letzten Jahren erfolgreich, denn ca. 60 % unserer Mitarbeiter wechselten während bzw. nach der Fördermaßnahme in ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis.

Die Restauration und Rekonstruktion des 1915 gebauten Bereisungsdampfers „WELLE“ bietet ausreichend Betätigungsfelder zur Qualifizierung und zur Tradierung alter Schiffbautechniken in vielen Handwerksbereichen.

Die “Welle” soll, wie im Nutzungskonzept und in der Satzung des Vereins festgeschrieben, als Traditionsschiff erhalten, im aktiven Vorführ- und Demonstrationsbetrieb in Fahrt gebracht werden und für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das Schiff wird ausschließlich ideellen Zwecken dienen und zur maritimen Traditionspflege, zu sozialen oder vergleichbaren Zwecken eingesetzt.

Der Erhalt der Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord unseres Schiffes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist primäres Ziel der Rekonstruktion.

Die damalige Schiffsbetriebstechnik soll den Besuchern erklärt, sowie die tägliche Inbetriebnahme im aktiven Schichtbetrieb vorgeführt und die Seemannschaft vergangener Tage tradiert werden. Ebenfalls gilt es, die vielseitigen Aufgaben dieses Schiffes zur Zeit der Unterweserkorrektion und danach zu erklären und erlebbar zu machen. Dieses geschieht ebenfalls vor dem Hintergrund der schifffahrts- und schiffbaulichen Bedeutung des Landes Bremen für die Region des Unterweserraumes.

Der Liegeplatz des Schiffes wird im Neuen Hafen in Bremerhaven sein.

Der Betrieb eines Doppelschrauben-Dampfschiffes ist vom Erlebnis- und Erkenntniswert für Besucher und Mannschaft von besonderer Bedeutung, darüber hinaus ist er ein wesentlicher Beitrag neben dem materiellen Erbe auch das immaterielle Erbe im Bereich der Schifffahrtsgeschichte zu erhalten.

Einiges zum handwerklichen Teil des Projektes

Der Dampfer “WELLE” hat als einzigartiges Dokument aus den Tagen der Weserkorrektion und als Bremens ältestes Dampfschiff dieser Größen­ordnung in schwierigen Zeiten überdauert. Als Bereisungs- und Schleppdampfer bei den Bremer Atlas Werken 1915 erbaut, blieb die “WELLE” bis 1975 aktiv auf der Weser im Einsatz. Technische Entwicklungen und natürlich der Zahn der Zeit erforderten im Laufe der Jahrzehnte allerdings zahlreiche Umbaumaßnahmen. Die Nutzung des Doppelschraubendampfers zwischen 1975 und 1994 als Restau­rant­­schiff haben das Aussehen der “WELLE” schließlich bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Als enge und wichtige Kooperationspartner für die Rekonstruktion und Restauration der WELLE stehen uns hierfür die Bundesagentur für Arbeit, die ARGE-Job-Center Bremerhaven, die Bremerhavener Arbeit GmbH, das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven mit Herrn Dr. Heidbrink, die Hochschule Bremen, Fachbereich Schiffbau, mit Herrn Dipl. Ing. Mertens, die Auszubildenden der Bremerhavener Werften und der Germanische Lloyd zur Seite, sowie die Fa. E.H.Harms, die uns auf ihrem Gelände den nötigen Bauplatz mit Kajenanschluss im Fischereihafen zur Verfügung gestellt hat.

Unsere Arbeit wird durch das europäische Förderprogramm EFRE (Europäischer Fond Für Regionale Entwicklung, Ziel 2) und vom Land Bremen gefördert.

Die Bundesagentur für Arbeit, die Arge-Job-Center und die Bremerhavener Arbeit GmbH fördern das Vorhaben durch die Finanzierung der Lohnkosten in den Programmen ABM, EGZ, MAE (1 € Jobs), Strukturanpassungsmaßnahmen etc.

Um unser arbeitsmarktpolitisches und kulturelles Engagement ausführen und das Projekt realisieren zu können, braucht es vor allen Dingen jede Menge Idealismus und ehrenamtlich tätige Mitmenschen, sowie tatkräftige, handfeste Unterstützung aus Industrie, Handel und Wirtschaft.